Heute geht es um ein Thema, das bei vielen WordPress-Websites im Hintergrund passiert – und genau deshalb oft übersehen wird: der Versand von E-Mails.
Vielleicht kennst du die Situation:
Ein Kontaktformular ist eingerichtet, alles scheint zu funktionieren, aber Anfragen kommen nicht an. Oder sie landen im Spam-Ordner.
Das Problem liegt in vielen Fällen nicht am Formular selbst, sondern daran, wie WordPress E-Mails verschickt.
#1 Wie WordPress standardmäßig E-Mails versendet
Wenn du in WordPress ein Formular erstellst – egal ob mit Elementor oder einem klassischen Contact Form Plugin – wird beim Absenden eine E-Mail verschickt.
Was viele dabei nicht wissen: WordPress verwendet dafür standardmäßig die sogenannte PHP mail() Funktion.
Das bedeutet: Die E-Mail wird direkt über den Server verschickt, auf dem deine Website liegt – also ohne ein echtes E-Mail-Postfach im Hintergrund.
Auch wenn du im Formular eine Absenderadresse angibst (z. B. office@deinedomain.at ), wird diese zwar angezeigt, aber technisch gesehen nicht wirklich über dieses Postfach versendet.
#2 Warum das ein Problem ist
Moderne E-Mail-Anbieter wie Gmail oder Outlook prüfen sehr genau, ob eine E-Mail vertrauenswürdig ist.
Dafür werden unter anderem folgende Dinge überprüft:
– SPF (Sender Policy Framework)
– DKIM (digitale Signatur der E-Mail)
Wenn diese Authentifizierungen fehlen oder nicht korrekt gesetzt sind, wirkt die E-Mail für den Empfänger-Server „verdächtig“. Die Folge: E-Mails landen im Spam-Ordner oder werden im schlimmsten Fall gar nicht zugestellt.
Und genau das passiert häufig bei WordPress-Websites ohne zusätzliche Konfiguration.
#3 Die Lösung: SMTP statt Standard-Mailversand
Die saubere Lösung dafür ist der Versand über SMTP (Simple Mail Transfer Protocol).
Anstatt die E-Mail direkt über den Server zu verschicken, wird sie über ein echtes E-Mail-Konto gesendet.
Zum Beispiel:
– dein Hosting-Mailserver (z. B. SiteGround)
– ein Gmail- oder Outlook-Konto
– oder ein anderer SMTP-Dienst
Dadurch wird die E-Mail korrekt authentifiziert und als vertrauenswürdig eingestuft.
Das Ergebnis: Deutlich bessere Zustellrate und weniger Probleme mit Spam.
#4 SMTP Plugin in WordPress einrichten
Um SMTP in WordPress zu nutzen, brauchst du ein entsprechendes Plugin.
Ich verwende in meinen Projekten gerne das Plugin Easy WP SMTP.
Die kostenlose Version reicht in den meisten Fällen vollkommen aus und lässt sich schnell einrichten.
Im Plugin hinterlegst du einfach:
– SMTP-Server (z. B. von deinem Hosting)
– Benutzername (deine E-Mail-Adresse)
– Passwort
– Port und Verschlüsselung
Ab diesem Zeitpunkt werden alle Formular-E-Mails korrekt über dieses Konto versendet.
#5 Praxis-Tipp: E-Mails mit Mail-Tester überprüfen
Wenn du überprüfen möchtest, ob deine E-Mails korrekt versendet werden, kann ich dir die Website www.mail-tester.com empfehlen.
Dort bekommst du eine temporäre E-Mail-Adresse.
Der Ablauf ist einfach:
- Du kopierst diese Adresse
- trägst sie in deinem Formular als Empfänger ein
- sendest eine Test-Nachricht
- und wertest das Ergebnis auf der Website aus
Du bekommst anschließend eine Analyse mit:
– einem Spam-Score
– Informationen zu SPF und DKIM
– konkreten Hinweisen, was verbessert werden kann
#6 Ein Beispiel aus der Praxis
Ich hatte einmal den Fall, dass E-Mails trotz SMTP-Konfiguration nicht sauber zugestellt wurden. Durch den Test mit Mail-Tester hat sich schnell gezeigt, dass DKIM nicht aktiviert war. In meinem Fall lag das daran, dass die Funktion im Hosting-Backend (SiteGround) zwar vorhanden, aber nicht aktiv war. Nach dem Aktivieren von DKIM war das Problem sofort behoben und die Zustellrate deutlich besser.
#7 Fazit
Der Standard-Mailversand von WordPress funktioniert zwar grundsätzlich, ist aber nicht für eine zuverlässige Zustellung ausgelegt.
Gerade bei Kontaktformularen ist es wichtig, dass Anfragen auch wirklich ankommen – und nicht im Spam landen.
Mit einem SMTP Plugin lässt sich dieses Problem einfach und nachhaltig lösen.
Planst du aktuell eine Website oder möchtest bestehende Funktionen optimieren? Dann unterstütze ich dich gerne bei der professionellen Umsetzung – von der Gestaltung bis zur technischen Feinabstimmung.
– Stefan